Catlife

Eine Katze aus dem Tierheim im neuen Zuhause

Sie möchten einer Katze aus dem Tierheim eine Chance geben? Wunderbar! Ich versuche Ihnen hier mit ein paar Tipps zu helfen. Die nachfolgenden Themen im Überblick:

  1. Plädoyer für eine erwachsene Katze
  2. Überlegungen vor der Anschaffung
  3. Vorbereitungen
  4. Der große Tag
  5. Eingewöhnungszeit
  6. "Problemkatzen"
  7. Problem "Zweitkatze"
  8. Nachkontrolle
  9. Regelmäßige Termine
  10. Literaturhinweise

Plädoyer für eine erwachsene Katze

Grundsätzlich gilt: Jede Katze hat ihren eigenen unverwechselbaren Charakter, ebenso wie wir Menschen. Und deshalb ist eine Katze aus dem Tierheim nicht automatisch schlechter oder besser als eine Katze, die man privat erwirbt oder geschenkt bekommt. Und ein Katzenbaby ist nicht unbedingt eine Garantie dafür, dass daraus später mal eine anhängliche Schmusekatze wird.

Auch eine schon ältere Katze und selbst eine ganz alte Katze aus dem Tierheim kann sich durchaus in einer neuen Umgebung nach etwas Eingewöhnungszeit zurechtfinden und akzeptiert ihre(n) neuen Menschen.

Der Vorteil einer erwachsenen Katze ist: Sie kann durchaus mehrere Stunden am Tag allein bleiben, da sie viel schläft bzw. - wenn sie Freigang genießt - sich draußen allein beschäftigen kann, ganz im Gegensatz zu einem Katzenkind, das sich gräßlich langweilt, wenn es längere Zeit alleingelassen wird. Deshalb: Wenn es schon unbedingt ein Katzenkind sein muß, dann lieber gleich ein Pärchen holen. Aber erwachsene Katzen haben noch mehr Vorteile: Der Charakter läßt sich viel besser abschätzen als bei einem Baby, auch das Aussehen (Größe usw.), sie stellt nicht mehr so viel an, ist in der Regel bereits durch das Tierheim kastriert und geimpft worden und nicht mehr so anfällig für Kinderkrankheiten.

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Überlegungen vor der Anschaffung

Informieren Sie sich vorher ausgiebig über die Bedürfnisse Ihres neuen Hausgenossen. Sie müssen mit durchschnittlich 25-50 Euro pro Monat an Kosten rechnen, aber auch außerplanmäßige Kosten (z. B. nach einem Unfall) sollten Sie am besten schon vorher einkalkulieren. Sie sollten nicht ständig außer Haus unterwegs sein und so ein pelziger Hausgefährte hat gern etwas Regelmäßigkeit im Leben, d. h. möglichst zu regelmäßigen Zeiten Futter, Schmuseeinheiten, Spielstunden. Klären Sie auch vorher ab, ob Sie überhaupt eine Katze im Haus halten dürfen (Vermieter um schriftliche Erlaubnis bitten, sofern nicht bereits im Mietvertrag verankert). Und falls Sie noch keine Katze gehabt haben, lassen Sie am besten gleich erstmal einen Allergietest machen. Wie oft schon mußte eine Katze nach erfolgreicher Vermittlung in ein schönes Zuhause nach wenigen Wochen wieder zurück in's Tierheim, weil der neue Besitzer eine Katzenallergie entwickelt hat. Das ist ganz schlimm für beide Seiten!

Überlegen Sie vorher, was Sie Ihrer Katze bieten können: Ist Freigang ungefährdet (stark befahrene Straße?) möglich, oder soll sie nur in der Wohnung bleiben? Haben Sie ausreichend Freizeit für sie übrig? Sind Sie tagsüber lange weg, sollten es deshalb vielleicht gleich 2 Katzen sein? Haben Sie Platz für Futternapf, Wassernapf, Katzenklo, evtl. Kratzbaum? Sind Sie bereit, in Kauf zu nehmen, dass Ihr neuer Hausgenosse die Wohnung erobern wird (also auch auf die Couch oder den Sessel will)? Sie müssen damit rechnen, dass Ihre Sitzmöbel mit Katzenhaaren "gepflastert" werden oder von vornherein geeignete Schlafmöglichkeiten anbieten. Aber keine Katze wird sich wohl fühlen, wenn sie immer nur auf dem Boden schlafen soll!

Soll es eine Rassekatze sein? Auch diese landen hin und wieder im Tierheim, vor allem Perser, aber auch Siamkatzen, Maine Coone und andere.

Und auf alle Fälle sollten Sie sich jetzt schon Gedanken machen, was mit der Katze passieren soll, wenn Sie mal in Urlaub fahren wollen oder in's Krankenhaus müssen oder auf eine Dienstreise geschickt werden. Reden Sie schon im Vorfeld mit Verwandten oder Bekannten, ob sie dann bereit wären (evtl. auf Gegenseitigkeit oder gegen Bezahlung), für die Katze zu sorgen. Sind sie auch zuverlässig?

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Vorbereitungen

Vor dem Heimholen einer Katze sollten folgende Dinge vorhanden sein

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Der große Tag

Wählen Sie möglichst einen Tag, wo Sie anschließend noch etwas Zeit für Ihren neuen Hausgenossen haben, also z. B. kurz vor einem Wochenende, am Anfang eines Urlaubs, den Sie zu Hause verbringen, usw.

Daheim sollte das Katzenklo schon an der richtigen Stelle stehen und mit Streu gefüllt sein. Wenn Sie die Katze heimbringen, setzen Sie sie am besten sofort als allererstes in das Katzenklo und lassen sie anschließend ganz in Ruhe. Je nachdem wie ängstlich sie ist, wird sie von dort aus die Wohnung erkunden oder sich zunächst erstmal zurückziehen.

Bei sehr ängstlichen Katzen empfiehlt es sich, nicht gleich von Anfang an alle Türen im Haus offen zu lassen, sondern ihr erst ein oder zwei Räume anzubieten. So weiß man, wo sie sich versteckt und diese Räume kennt sie dann eher und fühlt sich dann auch dort sicher.

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Eingewöhnungszeit

Achtung: Auch wenn die Katze im neuen Zuhause Freigang haben soll, so muß sie doch mindestens 2 Wochen im Haus gehalten werden, um sich an ihre neue Umgebung, ihren neuen Menschen, die Gerüche und Geräusche zu gewöhnen. Das heißt auch im Hochsommer: Alle Fenster und Türen geschlossen halten. Auch aufpassen bei Oberlichtern!

Je scheuer eine Katze ist, umso länger braucht sie Hausarrest. Sie muß erst ihren neuen Menschen akzeptiert haben, möglichst auf ihren Namen hören und sich nicht mehr verkriechen.

Bedrängen Sie die Katze in den ersten Tagen nicht, bewegen Sie sich möglichst ruhig und nicht hektisch, versuchen Sie aber viel mit ihr zu sprechen. Sie können auch jetzt schon anfangen, sie an ihren neuen Namen zu gewöhnen, falls sie nicht bereits einen "eingesessenen" Namen besitzt.

Oft ist es hilfreich, wenn Katzen mit ins Bett dürfen. Gerade ängstliche Katzen, die sich tagsüber nicht hervortrauen, merken nachts, wenn der Mensch schläft, dass dieser ihnen nichts antun kann und nehmen dann ihrerseits ersten Kontakt auf.

Wenn Sie allerdings überhaupt nicht wollen, dass Ihre Katze mit ins Schlafzimmer geht, dann sollten Sie von Anfang an hart bleiben. Das gilt auch für alles andere. Katzen sind sehr lernfähig, aber es muß eine klare Linie erkennbar sein. Sie lernen z. B., dass sie nicht auf den Tisch springen dürfen. Was sie aber nicht lernen, ist, dass sie auf den Tisch dürfen, solange der Besitzer allein zu Hause ist und sobald jemand anderes da ist, dann auf einmal nicht mehr.

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"Problemkatzen"

Die meisten Leute, die ins Tierheim kommen, um eine Katze zu holen, nehmen ein Tier mit, das zutraulich ist und gleich auf sie zukommt. Dabei sind es gerade die eher zurückhaltenden, ängstlichen Katzen, die später die treuesten Hausgenossen sind.

Eine Katze, die selbst im Tierheim auf für sie fremde Menschen zugeht, wird auch später keine Angst vor Fremden haben. Hierbei besteht die große Gefahr - zumindest bei Freigängern - dass sie leicht von Kindern oder auch Katzenfängern mitgenommen werden können. Oder sie laufen mit einem Menschen mit, der nett mit ihnen spricht und auf einmal finden sie nicht mehr nach Hause. Auch Katzen, die unbemerkt in ein offenstehendes Auto eingestiegen sind und dann auf einmal Hunderte von Kilometern entfernt herausspringen und nicht mehr heimfinden, gibt es leider immer wieder.

Bei Katzen, die von ihrer Natur her eher ängstlich und zurückhaltend sind, ist die Gefahr nicht so groß. Nur keine Angst, auch diese Katzen tauen auf. Sie merken sich, wer ihnen Futter gibt, mit ihnen schmust und spricht und bei wem sie ohne Gefahr schlafen können. Die Vorsicht bleibt allerdings bestehen, wenn fremde Leute ihr zu nahe kommen. Das heißt, Sie müssen damit rechnen, dass die Katze, wenn Sie Besuch haben, so lange verschwunden bleibt, bis der Besuch wieder gegangen ist.

Solche ängstlichen Katzen brauchen natürlich längeren Hausarrest, bis man sie das erste Mal nach draußen lassen kann. Denn sie müssen erstmal ihren Menschen kennen und ihm vertrauen.

Die Angst kann entweder ihre Ursache in schlechter Erfahrung haben (vernachlässigte oder tierquälerische Haltung), kann aber auch Charaktersache sein.

Hilfreich für die Eingewöhnung ängstlicher Katzen kann das Pheromonspray "Feliway" sein, das man beim Tierarzt kaufen kann.

Problematisch in der Vermittlung sind auch Katzen, die etwas launisch sind. Das heißt, sie schmusen nur dann, wenn sie es wollen, ansonsten wird schon mal mit der Pfote hingelangt oder sie nehmen Reißaus. Auch mit solchen Katzen kann man auskommen, allerdings würde ich sie nicht für einen Haushalt mit kleinen Kindern empfehlen. Hier muß der Mensch lernen. Die Katzen besitzen nämlich eine Katzensprache, d. h. anhand von ihrer Körpersprache (wedelnder Schwanz, zurückgelegte Ohren usw.) läßt sich durchaus erkennen, ob die Katze zum Schmusen aufgelegt ist oder ob man sie jetzt besser in Ruhe läßt. Hier muß der Mensch bereit sein, zusammen mit seiner Katze zu lernen. Und auch bei solchen Katzen ist es oftmals nur ein Abwehrverhalten bei Menschen, die sie nicht kennen. D. h. ähnlich wie bei den Angsthasen kann es durchaus später so sein, dass sie mit ihrem Menschen schmust und ihm gegenüber keine Launen zeigt, aber fremden Personen sich weiterhin unnahbar zeigt. Oft haben auch schon Bachblüten und Homöopathie Wunder bewirkt.

Häufig spielen gerade solche Katzen sehr gerne. Selbst wenn man also keine ausgesprochene Schmusekatze erwischt hat, so macht es doch Spaß, sie zu beobachten und sich mit ihr zu beschäftigen.

Das größte Problem stellen jedoch sog. Wildkatzen dar. Häufig werden sie vom Tierschutzverein nur kastriert und dann wieder "ausgewildert", d. h. an einem Ort wieder ausgesetzt, wo sie trockenen Unterschlupf haben und regelmäßig gefüttert werden. Händeringend sucht das Tierheim immer wieder Bauernhöfe und Pferdegestüte u. ä. für solche Katzen. Mit sehr viel Geduld ist es möglich, auch diese Tiere in einen normalen Haushalt zu integrieren. Hierbei kann es aber Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern, bis die Katzen Vertrauen gefasst haben und sich anfassen lassen oder sogar zum Schmusen kommen. Leider kann man nie vorher genau sagen, ob und wie schnell es klappt. Wenn Sie so ein Tier aus dem Tierheim holen, tun Sie ein ganz großes gutes Werk, aber Sie haben auch eine Riesenaufgabe vor sich. Und gerade in der Anfangszeit ist es nur ein "Geben" und kein "Nehmen" . Allerdings freut man sich über jeden kleinen Fortschritt umso mehr. Auch hier haben oft Bachblüten und Homöopathie gute unterstützende Wirkung gezeigt.

Das Problem bei diesen Wildkatzen ist, dass sie im Babyalter, wenn eine Katze ihre Umgebung kennenlernt, keinen menschlichen Kontakt hatten. Das heißt, sie haben nicht gelernt, was ein Mensch ist und dass Streicheln z. B. etwas Schönes ist. Alles Fremde wird dann erstmal als Feind angesehen, vor dem man sich in Acht nehmen muß. Diese Einstellung müssen Sie dann quasi "umpolen". Wenn dazwischen noch ein paar schlechte Erfahrungen mit Menschen gelegen haben, ist das natürlich noch schwieriger.

Bei noch relativ jungen Wildkätzchen hilft oft das "Zwangsschmusen", d. h. die Katze wird täglich am besten mehrmals geschnappt, so daß sie nicht fliehen kann (z. B. in ein Handtuch gewickelt) und gestreichelt und gekrault. Bei ausgewachsenen Katzen ist das meist nicht möglich, da hilft nur zentimeterweise Annäherung. Beim Füttern z. B. in immer näherem Abstand dabei stehen bleiben. Beim Spielen mit der Schnur die Schnur immer kürzer fassen, so dass die Finger immer näher an die Katze heranreichen. Viel, viel Reden! Das beruhigt die Katzen. Überhaupt ganz ruhige Bewegungen, keine Hektik, keine lauten Geräusche, keine fremden Personen, keine kleinen Kinder, keine fremden Tiere (höchstens eine bereits im Haushalt lebende zutrauliche Katze!).

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Problem "Zweitkatze"

Sie haben bereits eine oder mehrere Katzen und wollen noch eine aus dem Tierheim dazuholen? Fein, - aber auch ein Risiko.

War Ihre Katze bisher immer alleine und ist schon älter? Dann ist die Bereitschaft, eine andere Katze zu akzeptieren, wahrscheinlich nicht sehr groß. Hier würde ich nur dann eine weitere Katze mit dazunehmen, wenn Sie genau wissen, dass sie andere Katzen akzeptiert (also z. B. die Nachbarskatze öfter zu Besuch kommt oder sie draußen mit anderen Katzen gut auskommt).

Ihre Katze ist schon älter, aber war vorher immer mit einer anderen Katze zusammen? Das kann gut gehen, muß aber nicht. Auch bei Katzen gibt es so was wie Sympathie und Antipathie. Am besten ist es, wenn die neue Katze etwas jünger ist als die alte. Wenn Ihre Katze noch nicht ganz so alt ist (höchstens 8-10 Jahre), dann klappt es vielleicht am besten mit einem Katzenkind. Katzenkinder genießen noch so etwas wie "Welpenschutz"und sind selbst unbefangener dem alteingesessenen Tier gegenüber. Ist Ihre Katze allerdings schon viel älter und ruhiger, dann setzt man entweder am besten auch ein nicht mehr ganz junges Tier dazu, oder zwei Katzenkinder, die miteinander raufen und spielen können, wo die alte Katze aber etwas zum Zuschauen und evtl. Beschmusen hat.

Ihre Katze ist noch nicht so alt? Dann setzt man am besten eine etwa gleichalte Katze mit dazu. Es gibt unterschiedliche Meinungen, welche Zusammenstellungen in Bezug auf das Geschlecht günstig sind. Oft heißt es, zwei Kätzinnen vertragen sich nicht so gut, besser ist es Kater und Katze oder 2 kastrierte Kater zusammenzusetzen. Ich selbst habe im Jahr 2000 Maya, eine weibliche Katze zu meiner Jenny hinzugenommen und es klappt gut.

Bei der Auswahl im Tierheim sollten Sie sich gut beraten lassen. Meistens wissen die Tierpfleger, welche Tiere sozial sind und gut mit anderen auskommen.

Die ersten Tage, wenn Sie ein zweites Tier hinzuholen, sind meistens die kritischsten. Wichtig ist - auch wenn es schwerfällt - die alteingesessene Katze muß bevorzugt behandelt werden. Also hauptsächlich die alte Katze beschmusen, die neue möglichst nur, wenn die alte nicht in der Nähe ist. Empfohlen wird auch, bevor man die beiden zusammenläßt, jede mit einem Handtuch abzureiben und dann mit diesem Handtuch die andere Katze einzureiben, so daß sich der Geruch der einen etwas auf die andere überträgt. Oder, auf die neue Katze einen Tropfen des Parfüm, das man selbst benutzt, geben.

Auch bei einer neuen Zweitkatze sollte diese am Ankunftstag als erstes ins Katzenklo gesetzt werden, damit sie weiß, wo es steht. Ich empfehle, wenigstens ein zweites Katzenklo (evtl. nur für die Eingewöhnungszeit) aufzustellen. Denn der Geruch der ersten Katze ist im vorhandenen Katzenklo ja schon präsent (egal, wie gründlich man auch saubermacht, Katzen haben eine feinere Nase als wir), und es kann sein, dass sich die neue Katze dann nicht traut, reinzumachen, weil es fremdes Territorium ist und dann quasi aus Not unsauber wird. Es gibt unterschiedliche Empfehlungen für die erste Begegnung beider Katzen.

Manche empfehlen, die neue Katze erstmal in einen eigenen Raum zu setzen, wo sie sich in Ruhe umschauen kann und auch erstmal zur Ruhe kommen kann. Und evtl. ähnlich wie mit dem Handtuch, ein Textilstück, auf dem die vorhandene Katze gelegen hat, mit in den Raum geben und umgekehrt. Damit können beide Katzen schon mal den für sie fremden Geruch aufnehmen. Als nächsten Schritt z. B. statt der Tür ein Gitter einhängen, so dass sie sich beschnuppern können, aber sich nichts tun können, bevor sie dann "aufeinander losgelassen werden".

Eine andere Empfehlung ist, so zu tun, als wäre es ganz normal, dass auf einmal eine weitere Katze im Haus ist. Am besten ist es jedoch, wenn die alteingesessene Katze nicht mitbekommt, dass Sie die neue Katze mit reingebracht haben. Also entweder reinbringen, wenn sie gerade in einem anderen Zimmer ist, oder das Bringen durch eine andere Person erledigen lassen. Dann die Katzen sich selbst überlassen und sich benehmen wie immer. Auf keinen Fall sollte man auf Anfangsstreitereien, Gefauche und Gejaule eingehen und die neue Katze durch Hochheben vor der alten schützen wollen! Trennen sollte man die beiden nur dann, wenn tatsächlich die Fetzen so fliegen, dass Blut fließt. Dass mal ein paar Haarbüschel ausgehen, damit muß man rechnen. Die alte Katze versucht in den meisten Fällen, erst einmal ihr altes Revier gegen den Eindringling zu verteidigen. Und dann muß natürlich noch die Rangordnung festgelegt werden.

Nicht aufgeben, wenn die beiden sich nach ein, zwei, drei Tagen noch nicht verstehen! Es dauert meistens 1-3 Wochen, bis sie sich einigermaßen akzeptieren. Nach 2 Wochen sollte man jedoch eine Besserung des Verhältnisses feststellen können. Also, dass sie sich z. B. nicht mehr auf die Entfernung von 5 Metern, sondern nur noch von 1 Meter anfauchen.

Falls sich das Verhältnis der beiden aber in den 2 Wochen verschlechtert, dann stehen die Chancen schlecht und es wird wohl unumgänglich sein, die neue Katze wieder in's Tierheim zurückzubringen.

Teilweise haben Bachblüten und Homöopathie schon geholfen, die Gemüter zu besänftigen, auch gibt es über den Tierarzt ein Pheromonspray ("Felifriend"), das ggf. zur Unterstützung der Zusammenführung eingesetzt werden kann.

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Nachkontrolle

Die meisten Tierheime führen Nachkontrollen durch, was auch in den Vertragsbedingungen festgelegt ist. Je nach Arbeitsanfall und Verfügbarkeit an ehrenamtlichen Kontrolleuren findet die erste Nachkontrolle nach wenigen Wochen oder aber auch erst nach einem Jahr statt. Ein verantwortungsbewußter Tierbesitzer muß diese Nachkontrolle nicht fürchten! Die Kontrolleure achten nicht darauf, ob bei Ihnenr das Bett gemacht ist und ob Sie im ältesten Jogginganzug daheim herumlaufen. Aber es wird kontrolliert, ob die Katze kastriert wurde (falls nicht bereits im Tierheim geschehen), ob die regelmäßigen notwendigen Impfungen durchgeführt wurden, wie ihr gesundheitlicher Zustand ist, ob das Katzenklo sauber aussieht (keine Angst, ein Klumpen führt noch nicht zu einer Ausstellung) und was gefüttert wird. Hier ist für Sie auch nochmal eine Chance, ein paar Fragen loszuwerden, falls Sie sich bei Unklarheiten nicht sowieso schon an's Tierheim gewendet haben. Die meisten Kontrolleure sind auch sonst im Tierschutz tätig und/oder haben selbst Tiere zu Hause und haben deshalb einige Erfahrung.

Um es den Tierkontrolleuren nicht unnötig schwer zu machen, sollten Sie bei einem Wohnungswechsel auf alle Fälle Ihre neue Adresse im Tierheim bekanntgeben. Dies steht auch normalerweise in den Vertragsbedingungen.

Tierkontrolleure sind befugt, ein Tier wieder einzuziehen, wenn das Tier nicht artgerecht gehalten wird. Eigentümer bleibt immer das Tierheim, Sie werden bei der Vermittlung lediglich Besitzer (rein rechtlich gesehen). Aber wie gesagt, so lange Sie sich um Ihr Tier kümmern und es nicht quälen oder vernachlässigen, wird ein Tierkontrolleur nichts auszusetzen haben und Ihre Katze nicht wieder mitnehmen. Jeder Tierkontrolleur freut sich, wenn er sieht, dass ein Tier ein gutes neues Zuhause gefunden hat, wo es sich wohlfühlt.

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Regelmäßige Termine

Es ist nicht damit getan, ein Tier aus dem Tierheim zu holen und es zu füttern und das Katzenklo sauberzumachen. Zum einen sollte man natürlich immer ein Auge auf seinem Tier haben, damit man rechtzeitig merkt, ob es evtl. krank wird. Mal einen Tag kein Appetit ist nicht schlimm, aber wenn ein Tier mehrere Tage lang nicht fressen will, gehäuft trinkt, bricht, Durchfall hat o. ä. sollte man mit ihm zu Tierarzt gehen.

Aber auch wenn das Tier scheinbar gesund ist, ist ein Besuch im Jahr beim Tierarzt Pflicht. Auch Wohnungskatzen sollten zumindest gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft werden. Freigänger außerdem gegen Tollwut. Ferner ist gerade bei Freigängern mindestens 2 mal im Jahr eine Entwurmung zu empfehlen. Hier gibt es mittlerweile beim Tierarzt sogar Spot-on-Mittel, die nur in den Nacken geträufelt werden müssen.

Am besten notiert man sich die Termine schon zu Jahresbeginn in seinen Kalender, damit sie nicht versäumt werden!

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Literaturhinweise

Ich kenne selbst kein gutes Buch über den Umgang speziell mit Tierheimkatzen, aber hier eine kleine Auswahl von recht empfehlenswerten Büchern zur Katzenhaltung:

  • "Was Katzen wirklich brauchen" von Gwen Bohnenkamp und Dr. Renate Jones, 124 Seiten, ISBN 3-440-09747-1
    Gute Basisliteratur, die hilft, Katzenbedürfnisse zu verstehen. Für Anfänger, aber auch für Leute mit Katzenerfahrung
  • "Meine Katze macht was sie will" von Elina Sistonen, 64 Seiten, ISBN 3-7742-1887-0
    Das Buch geht auf verschiedene Verhaltensprobleme bei Katzen ein
  • "Katzenprobleme - Problemkatzen" von Isabella Lauer, 152 Seiten, ISBN 3-275-01260-6
    Das Buch beschäftigt sich mit allerlei Problemfällen, z. B. ängstliche Katzen, aggressive Katzen usw. Sehr empfehlenswert!
  • "Katzenpsychologie" von Pam Johnson, 223 Seiten, ISBN 3-440-07507-9
    Das Buch versucht Ursachen für Verhaltensprobleme, die oft durch den Menschen selbst verursacht sind, zu klären
  • "Die Katzenflüsterin" von Vicky Halls, 260 Seiten, ISBN 978-3-440-10814-7
    In kleinen Geschichten erzählt Vicky Halls, wie sie verschiedene Katzenprobleme in den Griff bekommen hat. Auch erfahrene Katzenhalter finden hier noch gute Tipps (u. a. bei Unsauberkeit, Aggression). Unterhaltsam und lehrreich zugleich, empfehlenswert!
  • "NaturheilPraxis Katzen" von Rudolf Deiser, 128 Seiten, ISBN 3-7742-3156-7
    Was tun, wenn meine Katze krank ist? Das Buch beinhaltet u. a. auch homöopathische Tipps und Hinweise auf Bachblüten
  • "Unsere Katze - gesund durch Homöopathie" von Hans Günter Wolff, 149 Seiten, ISBN 3-87758-261-3
    Beschreibung vieler Krankheiten, die durch Homöopathie heilbar sind. Sehr gutes Buch, Voraussetzung ist allerdings, dass man weiß, was der Katze fehlt.

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