Catlife

Der ganz normale (?) Wahnsinn im Tierheim

Es gibt Tage, da sinkt die Laune bei den Tierpflegern und ehrenamtlichen Helfern im Tierheim ganz rapide. Und das liegt nicht an der vielen Arbeit oder an den Tieren selbst, sondern oft an den vielen unliebsamen Erlebnissen mit unseren Mitmenschen. Hier sind einige Beispiele aus einem ganz normalen (?) Tierheimalltag...

"Ich wollte eigentlich einen Hund, aber da ist nichts Passendes da, dann nehme ich halt eine Katze mit."

Zum x-ten Male die Frage "Haben Sie Babykatzen?"

Natürlich sind wir auch froh, wenn wir Babykatzen schnell vermitteln, aber leider ist es so, dass unser Tierheim oft voll sitzt mit den tollsten erwachsenen Katzen (ab einem halben Jahr) und keiner will sie, alle Welt fragt nur nach Babykatzen

Erben, die das Geld und andere Wertgegenstände des Verstorbenen gern übernehmen, aber für das hinterlassene Tier ist kein Platz da.

Und immer wieder Leute, die eine angeblich gefundene Katze abgeben (meistens im Sommer - Urlaubszeit), aber wissen, wie die Katze heisst, wie alt sie ist und ob sie kastriert ist.

Auch schon dagewesen: Leute, die ihre alte Katze abgeben, aber sich dann bei uns nach einer jungen Katze umsehen wollen.

Und dann machen uns solche Erfahrungen traurig: Leute mit angeblich viel Katzenerfahrung, die eine Katze mitnehmen und am nächsten Tag anrufen und sagen, dass die Katze entlaufen ist, weil sie vergessen haben, ein Fenster oder eine Tür verschlossen zu halten.

Auch werden immer wieder ganz alte Tiere abgegeben, deren Macken ihre Besitzer 12 oder 14 Jahre lang ausgehalten haben. Warum gesteht man den Tieren diese Macken dann aber die letzten paar wenigen Jahre nicht mehr zu? Oft sind es nur Kleinigkeiten. Solche alten Tiere leiden im Tierheim ganz besonders. Und wir mit ihnen.

Ganz besonders schlimm immer wieder: Tiere, die einfach außerhalb der Öffnungszeiten des Tierheims in einem Käfig oder Karton vor dem Tierheimgelände abgestellt werden oder über den Zaun geworfen werden.

Und dann der Anblick von Tieren, die ganz offensichtlich vernachlässigt oder gar gequält wurden. Wir haben schon mehrfach Tiere bekommen, die offensichtlich seit längerer Zeit krank waren und nicht behandelt wurden. Leider gibt es da auch schon mal Fälle, wo für die Tiere unsere Hilfe zu spät kommt.

Und dann gibt es noch die Leute, die uns immer wieder den Nachwuchs ihrer Katze bringen und taube Ohren bekommen, wenn man ihnen rät, ihre Katze doch endlich kastrieren zu lassen.

Immer wieder beachten Besucher leider die Hinweisschilder "Zutritt nur für Tierheimpersonal" nicht, langen mit den Fingern mal in diese, mal in jene Box und übertragen so unbewusst oft Krankheiten.

Und auch immer wieder ein Schock für uns: Eine Gruppe von Leuten geht in eines der Vermittlungszimmer, machen die Tür nicht zu, und die Katzen nehmen natürlich die Gelegenheit wahr, aus dem Zimmer zu huschen.