Catlife

In memoriam   (Seite 2)

 

Shiva

*2007 +Juli 2014


Shiva

Als wir Shiva einen Tag vor Heiligabend im Jahr 2011 aus dem Tierheim holten, sollte es für immer sein. Dass „immer“ nur 2,5 Jahre bedeuten soll, wussten wir damals noch nicht. Obwohl Shiva schon einiges hinter sich hatte – sie war verletzt gefunden und im Tierheim abgegeben worden – hat sie sich ihren Freiheitsdrang und ihre Unabhängigkeit bewahrt. Wir konnten sie nicht halten. Sie war eine draufgängerische Freigängerkatze, die sehr selbstbewusst ihr Recht auf Freigang einforderte. Trotzdem war sie liebevoll, anhänglich und manchmal ein richtiger „Kampfschmuser“.

Nun ist das eingetreten, wovor wir am meisten Angst hatten: Shiva ist seit dem 16.7. nicht mehr von einem Ausflug zurück gekommen. Was haben wir nicht alles unternommen, sie zu finden: Flyer verteilt, Plakate aufgehängt, Menschen auf der Straße von unserer Suche erzählt, Anzeigen geschaltet. Shiva blieb verschwunden. Bis nun eine Frau auftauchte, die meinte, sie hätte Shiva schon am 21. oder 22.7. tot auf unserer Umgehungsstraße liegen sehen. Nein, ich lasse mich jetzt nicht dazu aus, warum sie Shiva nicht mitgenommen hat oder zumindest an den Rand der Straße gelegt hat. Sie konnte glaubhaft vorbringen, dass es unsere Shiva war.

Shiva

Nun müssen wir mit der traurigen Tatsache leben, dass Shiva’s Freiheitsdrang sie das Leben gekostet hat. Wir vermissen sie schrecklich. Jeden einzelnen Tag. Nun ist Shiva bei Djinny und Ayla…

Als Shiva 2011 zu uns kam, habe ich ihr eine Geschichte gewidmet, die in einem Katzenbuch veröffentlicht wurde. So ist Shiva irgendwie „unsterblich“. Dass wir nur 2 mal Geburtstag mit ihr feiern konnten, tut so unendlich weh. Wer Shiva’s Geschichte lesen möchte. Sie ist hier .

Ruhe in Frieden Shiva, meine dicke süße Hummel. Wir vergessen dich nicht!

Renate W.

 

 

Simba

*ca. 1996 +17.05.2014


Simba

Simba ist am 17. Mai 2014 eingeschlafen. Ich hatte sie 2006 mit bereits 10 Jahren (zumindest wurde das vermutet, denn sie hatte 96 im Ohr tätowiert) aus dem Tierheim geholt.
Wir hatten Dich sehr lieb.

Annett V.

 

 

Lilli

*ca. 1999 +22.04.2014


Liebe ist ... unsterblich


Lilli

Kleine Lilli, Du musstest so viel ertragen in Deinem Leben und doch warst Du Liebe pur. Nun musst Du nicht mehr leiden, kannst endlich ohne Schmerzen schlafen.

Vor fast 11 Jahren habe ich Dich aus dem Tierheim geholt und zu meiner Mutter gebracht. Du warst erst kurz vorher aus Bulgarien nach Deutschland gekommen. Tierfreunde hatten Dich dort gefunden, man hatte Dir ein Auge ausgeschossen und ein Vorderbein kaputtgeschossen. Du wurdest hochgepäppelt und schließlich nach Deutschland gebracht.

Wegen Deinem Bäuchlein dachte unser Tierarzt, Du wärest hochträchtig und wollte Dich möglichst schnell auf einer Pflegestelle wissen. So kam es, dass Du bei meiner Mutter gelandet bist. Als ich Dich das erste Mal sah, war mir aber sofort klar, dass sie es nicht über's Herz bringen würde, Dich je wieder herzugeben. Und so war es auch. Schnell fanden wir heraus, dass Du längst kastriert warst, also kein Nachwuchs in Sicht war. Und fast ebenso schnell hast Du Deinen nächtlichen Schlafplatz bei ihr im Bett erobert.

Wegen der gefährlichen Straße direkt am Haus konnten wir Dich nicht frei laufen lassen, aber Du hast ohne großes Theater ein Geschirr getragen und so konntest Du dabei sein, wenn meine Mutter im Garten arbeitete.

Trotz der Verletzungen, die man Dir in Bulgarien zugefügt hatte, warst Du zu jedem freundlich und vertrauensselig. Du warst die Liebe in Person. Trotz zertrümmertem Beinchen konntest Du Dich flink bewegen, hast das Kratzbrett sofort akzeptiert und liebtest Flummy-Spielchen.

Vor wenigen Jahren fing es dann an: Ein kleiner roter Punkt auf der Nase. Wir dachten, Du hättest Dich im Garten an einem Dorn verletzt. Es wollte nicht verheilen, vergrößerte sich mit der Zeit. Tierheilpraktiker und Tierärzte waren ratlos. Sogar eine Eigenblutbehandlung wurde durchgeführt. Vielleicht hätte eine rechtzeitige Biopsie Dich noch retten können, aber damals dachte niemand daran und als sie dann durchgeführt wurde, war es bereits zu spät. Die Chancen auf eine Heilung waren verschwindend gering. Noch dazu wurden die Nierenwerte immer schlechter.

Du hast länger durchgehalten, als wir alle dachten und trotzdem war die Zeit zu kurz. Der Krebs war ein grausamer Gegner, der Dir keine Chance ließ.

Es ist uns furchtbar schwergefallen, aber wir wollten Dich nicht länger leiden lassen. Zum Schluß warst Du kaum mehr Du selbst, hast nur noch geschlafen, ständig geniest, wolltest nicht mehr wie früher überall dabei sein, sondern hast still vor Dich hingelitten. Das hast Du nicht verdient und so konnten wir den schweren Weg zum Tierarzt nicht länger aufschieben.

Lilli, wir haben Dich ungern gehen lassen, es war so schön, Dich in unserer Mitte zu wissen. Und wir werden Dich immer lieben. In Gedanken bist Du immer noch bei uns. Danke für die gemeinsame Zeit!

Christiane S.

 

 

Tommy

Tommy war bei uns vom 26.09.2012 – 23.02.2014


Tommy

Lieber Tommy,

ich weiß noch genau, wie sehnsüchtig wir auf den Tag gewartet hatten, an dem wir Dich in Darmstadt abholen wollten und wie wir dann zusammen in Dein neues 200KM entferntes Zuhause gefahren sind. Anfangs warst Du sehr zurückhaltend und eher abwartend, aber mit jedem weiteren Tag wurdest Du mutiger bis Du uns schließlich nach einigen Monaten blind vertraut hast. Du warst nie ein Schmusetiger, Du liebtest Deine Unabhängigkeit und Dein Außenrevier, aber Du suchtest auch immer wieder unsere Anwesenheit. Einfach nur in unserer Nähe sein, manchmal sich etwas im Nacken und am Köpfchen/Kinn kraulen lassen, einfach mit Dosi zusammen auf dem Fußboden liegen und nur eine ganz kleine Berührung zulassen, zusammen mit Dosi im Garten in der Sonne sitzen oder aber auch alle Drei zusammen in der Partyhütte liegen/sitzen, Dosi erlauben, das Fell mit der Nase mitzupflegen, stundenlang von einem höheren Plätzchen Vögelchen und Mäuschen beobachten und auch jagen, die Nachbarskatze in ihre Schranken weisen, auf Bäume und Dächer von Gartenhütten klettern, auf Dosi warten, wenn sie arbeiten mussten, mit Dosi im Bett schlafen, jede Woche einen anderen Schlafplatz im Innenrevier nutzen, kommen und gehen, wann man wollte …, kurz gesagt: ein tolles Katzenleben führen, es hätte ewig so weitergehen dürfen. Leider wird man oft zu schnell daran erinnert, dass jedes Leben auf Erden mal endet, manches leider zu schnell.

Tommy

Du warst etwa neun Monate bei uns, als Du uns damals schon fast verlassen hättest. Beim Tierarzt stellte sich heraus, dass Du eine sehr, sehr schwere HCM-Erkrankung hast, so schwer, dass ein anderer Tierarzt Dich vielleicht damals schon hätte gehen lassen. Du wolltest aber leben und Deine Tierärztin hat mit Dir gekämpft, so dass Du schließlich sozusagen wiedergeboren wurdest. Deine Hinterläufe waren durch die Infusionen wieder funktionsfähig, für Dein krankes Herz bekamst Du Tabletten. Aber, es war damals wohl schon vorauszusehen, dass Du nicht alt werden würdest. Diese Prognose verdrängten wir, jeder Tag, an dem Du Dein Katzenleben so intensiv genießen durftest, war für uns und bestimmt auch für Dich ein Geschenk. Auch wir haben die Zeit mit Dir ganz intensiv erlebt und uns über jeden Tag mit Dir gefreut. Aus Tagen wurde Wochen, ein trügerischer Alltag schlich sich ein, man dachte nicht an das Fortschreiten Deiner Krankheit, obwohl man es im Nachhinein hätte merken können: Du hast sehr viel geschlafen, Du warst oft unruhig, hast weniger gespielt, warst auch bei miesem Wetter und kühlen Temperaturen draußen, Deine Nase war manchmal nicht so richtig rosa sondern eher weißlich, das hatten wir dann aber auf die kalten Temperaturen geschoben. Schließlich kam es nach etwa acht Monaten zu dem für uns alle rabenschwarzen Tag, Du lagst morgens mitten auf dem Gartenweg mit Blick zu unserem Schlafzimmerfenster und miautest kläglich. So schnell ich konnte, bin ich zu Dir, es sah so aus, als ob Du Dein Vorderfüßchen gebrochen hattest, allerdings konntest Du Dich auch nicht mit Deinen Hinterläufen aufrichten, im Unterbewusstsein ahnte ich es schon…Ich hob Dich auf und brachte Dich ins Haus. Du wolltest aufstehen und konntest nicht. Wir legten Dich in eine mit einer Decke ausgekleideten Wäschewanne und brachten Dich auf den schnellsten Weg in die Tierklinik. Dort verabreichten sie Dir noch ein starkes Schmerzmittel und ein normalerweise hochwirksames Mittel zum Auflösen von Thromben und Gerinnsel, aber es half bei Dir nicht mehr, so dass wir der Tierärztin zustimmten, Dich zu erlösen. Als ob Du wusstest, dass es Dir bald besser gehen würde, legtest Du Dich ruhig hin, ich habe Dein Köpfchen gestreichelt und Du bist ganz ruhig eingeschlafen.

Lieber Tommy, wir vermissen Dich sehr, aber Du sollst wissen, dass wir Dich immer lieben werden und dass wir so glücklich sind, dass Du bei uns leben wolltest und uns immer wieder gezeigt hast, wie sehr Du uns liebst. Du warst alles für uns: unser Kind, unser Familienmitglied, unser Kumpel, unser Lehrer, unser Prinz, unser Zuhörer, unser Beschützer und vor allem: unser allerbester Freund. Warte auf uns im Regenbogenland, bis dahin, mach’s gut Schnurribert, wir werden Dich nie vergessen.

Helmut & Bianca

 

 

Foxi

Foxi, geboren ca. 2001, am 28.12.2012 mussten wir dich leider einschläfern lassen, da dein geschwächter Körper vom Krebs befallen war.


„Auch ich werde heute nach Hause zurückkehren“...
Ich fühlte sehr wohl, dass etwas Außergewöhnliches vorging. Ich schloss ihn fest in die Arme wie ein kleines Kind, und doch schien es mir, als stürzte er senkrecht in einen Abgrund, ohne dass ich imstande war, ihn zurückzuhalten...
Wieder lief es mir eisig über den Rücken bei dem Gefühl des Unabwendbaren. Dieses Lachen nie mehr zu hören – ich begriff, dass ich den Gedanken nicht ertrug...
„Kleines Kerlchen, ich will dich noch lachen hören“...
„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!
Und wenn du dich getröstet hast ( man tröstet sich immer), wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein.“
Und er nahm mich bei der Hand. Aber er quälte sich noch: „Du hast nicht recht getan. Es wird dir Schmerz bereiten. Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein...“
Ich schwieg.
„Du verstehst. Es ist zu weit. Ich kann diesen Leib da nicht mitnehmen. Er ist zu schwer.“
Ich schwieg.
„Aber er wird daliegen wie eine alte verlassene Hülle. Man soll nicht traurig sein um solche alten Hüllen...“
Er zögerte noch ein bisschen, dann erhob er sich. Er tat einen Schritt. Ich konnte mich nicht rühren. Es war nichts als ein gelber Blitz bei seinem Knöchel. Er blieb einen Augenblick reglos. Er schrie nicht. Er fiel sachte wie ein Blatt fällt. Ohne das leiseste Geräusch fiel er in den Sand.“
( Saint-Exupery, Der kleine Prinz )


Foxi

Mein lieber Foxi,

im Leben hätte ich nicht gedacht, dass wir uns nun auch von dir verabschieden müssen– fast zwei Jahre nach Fleckis Tod . Ich fühle mich immer noch wie in einem Schockzustand. Ich habe noch immer dieses Horrorultraschallbild vor Augen und den Moment, in dem ich sagen musste, dass dich die Ärztin erlösen soll.

Wir vermissen dich und deine liebe Art, wie du uns immer begrüßt hast. Ich vermisse deinen Charme. Ich vermisse dein Miauen und deine Anwesenheit bei den alltäglichen Dingen, das „Schwätzchen“ mit dir, wenn sonst keiner da war. Ich vermisse deinen warmen Körper und dein Kuschelfell, das du dir hast sehr häufig genüsslich streicheln lassen. Wer besetzt jetzt nur meinen Stuhl am Esstisch, bevor ich sitze? Wer bewohnt mein Bett und „kapert“ mein Kopfkissen, bevor ich drin liege? Wer ist nun Erster, wenn es abends darum geht, den besten Kuschel- und Schlafplatz auf dem gemeinsamen Sofa zu bekommen??? Wer macht sich nun auf dem Laptop breit, wenn man eigentlich noch was wichtiges erledigen muss?

Gestern fiel mir die Geschichte vom kleinen Prinzen ein und ich dachte, sie passt zu dem Abschied von dir. Die Situation war zwar alles andere als schön, aber immerhin waren wir bei dir. Dein Körper ist zwar nicht in den Sand gefallen, aber dein Köpfchen ist mit einem letzten Blickkontakt und einem leisen Seufzer in meine Hand geglitten. Es beruhigt mich etwas, dass du ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gelitten hast und dich endlich einem entspannten Schlaf widmen konntest.

5 1/2 Jahre warst du nun bei uns – und ich bin mir sicher, wir und auch du hätten es gerne noch ein paar Jahre mit einander ausgehalten. Es kommt mir so kurz vor. Aber wenn ich so darüber nachdenke, gab es viele Erlebnisse mit dir, auch noch zu Fleckis Zeiten. Ich weiß noch wie heute wie der Anfang war, wie scheu du warst. Dein erster Platz bei uns war hinter der Waschmaschine. Anfassen ging gar nicht. Ich erinnere mich aber auch an den ersten Augenblick, als du dich getraut hast, auf uns zuzukommen und dich – mit Sicherheitsabstand – streicheln zu lassen. Von da an ging es langsam, aber stetig bergauf. Wer dich zum Schluss erleben durfte, hätte diese Geschichte wahrscheinlich nicht geglaubt.

Leider haben wir deine Krankheit nun zu spät bemerkt. Und du hast sie uns auch kaum gezeigt. Bis zum Schluss warst du uns zugeneigt. Bis zur letzten Sekunde hast du gekämpft, obwohl du fast keine Kraft mehr hattest. Es ist so schade, dass es beim Kampf auch immer die Möglichkeit gibt zu verlieren. Ich wünschte, es wäre anders gekommen.
Ich möchte dich so in Erinnerung behalten wie hier auf dem Foto. So warst Du, das Bild sagt alles aus. Du warst einfach einmalig. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen, dass ich mal wieder zu langsam war. Ich bin mir sicher, dass du deine Flecki wieder triffst und dass ihr beiden wieder glücklich zusammen über Wiesen streunt. Und ich werde ganz sicher den Himmel beobachten und eure Sterne suchen. Damit wir den Weg zu euch kennen, wenn wir uns auch mal aufmachen müssen. Und wenn ich mich getröstet habe ( ich hoffe, das kommt ), dann werde ich auch mit euch lachen können.

Mach es gut, kleiner Prinz, es war eine sehr schöne Zeit mit dir!

Gabi & Peter

 

 

Nelly

*20.05.1995 +15.05.2012


Danke Nelly für all die Jahre mit Lachen, Weinen und einfach nur Dasein, Du wirst auf ewig die Chefin bleiben. Und ja, Dein Stein ist schon in Arbeit.


Nelly

Hallo,

mein Name ist Nelly und ich möchte hier gerne meinen Lebenslauf erzählen:

Geboren wurde ich am 20. Mai 1995 im Tierheim Darmstadt. Da ich die letzte aus dem Wurf und somit ziemlich klein von Statur war, waren meine Vermittlungschancen (ich war auch noch eine Glückskatze) nicht schlecht. Meine damaligen Dosenöffner gaben mir den Namen "O'Melly". Aber nach 1 1/2 Jahren bekamen sie Nachwuchs, und da ich dachte, es wäre ein neuer Kamerad für mich und mit ihm spielen wollte (wie man das als Katze halt so macht), wurde ich wieder an einem Donnerstag im Februar 1997 ins Tierheim zurück gebracht. Da sass ich nun wieder mit meinem Kämpferwillen und meiner Kratzbürstigkeit. Da ich aber absolut nicht in dieser kleinen Box bleiben wollte, habe ich mich am Samstag (Besuchertag) in Schale bzw. in "Pose" geschmissen, und siehe da: Die nette Frau, die damals ehrenamtlich am Wochenende das Katzenhaus saubergemacht hat, war begeistert und ebenso ihr Mann. Sie mussten vor 2 Monaten ihre Glückskatze wegen Krebs einschläfern lassen. So kam ich also schon am nächsten Tag aus dieser blöden Box raus und in meine neues Zuhause. Yeapppiiiii.

Meine neuen Dosenöffner liessen mich erstmal kastrieren, mein neuer Kumpel Charly war ein angenehmer Zeitgenosse und so war mein Leben perfekt.

Nach einem Umzug ins eigene Heim mit Garten und den plötzlichen Verlust meines Freundes im Januar 2000 an Niereninsuffienz (meine Dosis waren am Boden zerstoert), bekam ich einen Monat später eine neue Spielgefährtin aus dem TH Rohrbach. Sheila war eine grau-getigerte, arme Seele ohne jegliche Vergangenheit, keiner wusste, woher sie kam, auch ihr Alter war schwer zu schätzen. Die Vermutungen gingen von zwischen 5-10 Jahren aus, denn auch ihre zähne waren im schlimmen Zustand. Die Zeit bei uns war die schönste, die sie je erleben durfte. Viel Streicheleinheite und Leckerlies, ich wurde schon manchmal ein bisschen neidisch, aber sie hatte es verdient, die graue Maus. Leider musste auch sie 3 Jahre später im März wegen Niereninsuffiziens über die Regenbogenbrücke gehen. Das war für uns alle hart.

Nachdem Sheila uns verlassen hatte und ihr Verlust langsam von der Realität eingeholt worden war, begann im Mai eine schlimme Zeit für uns. Leider waren die meisten meiner Spezies in den TH der Umgebung zu dieser Zeit zu jung oder Freigänger. Meine Zweibeiner entschieden sich für einen schwarzen, jungen Kater aus dem TH in Kronberg. Der neue machte seinem Namen alle Ehre: Rambo. Ich wurde unterdrückt, gejagt und dadurch leider auch unsauber, da der Gang zur Toilette einem Gefecht glich, der Verlierer war immer ich. Mein Lieblingsplatz in dieser Zeit war unter/oben einem Schrank oder einem Stuhl in meinem Zimmer, wo er sich nicht ranschleichen und verpruegeln konnte, nur so liess er mich in Ruhe. Nach 3 Monate hatten meine Leute ein Einsehen und auch keine Nerven mehr (das Haus musste innen teilweise neu renoviert werden, da Rambo sich als Wandkletterer versuchte) und er musste wieder zurück in den Taunus. Erst da erfuhren meine Dosis, dass er eigentlich ein Einzelgänger mit Freilauf war. Na, toll! Und die Farbe Schwarz war von dieser Zeit an absolut tabu für mich.

Nach diesem Schockerlebniss und weil wir uns auch schnell davon erholt hatten, kam dann im August eine junge, rot-weisse Spanierin mit dem Namen Emelly zu uns. Sie hatte in ihrem einjährigen Leben schon viel erleiden müssen aber sie war ein hübsches, süsses Ding, lieb und ebenso verspielt mit den Softbällchen wie ich. Leider wurde sie nach 4 Wochen krank, meine Dosis haben ihr täglich Infusionen und andere Medikamente gegeben, aber dann stand es fest: FIP. Leider unheilbar und sie musste den Weg über die Brücke antreten. Meine beiden Dosis werden diesen Tag nie vergessen, der Schock darüber sitzt immer noch tief. Darauf hin wurde ich getestet, aber ich hatte mich nicht angesteckt, trotz des intensiven Kontaktes, aber meine Nierenwerte waren erhoeht. Meine Dosis waren verzweifelt, es war kein gutes Katzenjahr für die beiden gewesen, und so beschlossen sie, das ich erstmal alleine bleiben sollte.

Aber es kam dann doch anders. Nach einem einwöchigen und (hauptsächlich für mein Herrchen) schmerzvollen Versuch, eine Main Coon aus der Türkei im November bei uns ein neues Zuhause zu geben (ich gehe lieber nicht weiter darauf ein!), und weil ich auch einfach nicht alleine sein wollte, kam dann kurz vor Weihnachten Lucy aus dem TH Rohrbach zu uns nach Hause. Sie war jung, ruhig und gemütlich und nachdem die Fronten geklärt waren, woraus ich natürlich als Sieger hervorging, kamen wir gut miteinander aus. Und dann bat da noch ein Jahr später ein in unserem Ort von Amerikanern ausgesetzte, rot-weisser Kater bei uns um Asyl, was ihm natürlich, dank Herrchens Überredungskünste, auch von uns gewährt wurde. Er erhielt den passenden Namen Kaspar Hauser, da keiner wusste, woher er kam. Aber das er bei uns bleiben wollte, machte er uns allen von Anfang an lautstark und aufdringlich klar. Auch ihm habe ich meine Position als Chefin dieses Hauses und seiner Mitbewohner erstmal klar machen müssen, bevor eine harmonische Zeit begann.

Meine Nierenkrankheit hielt sich die ganzen Jahren über in Grenzen, mal hoch mal runter, aber immer noch im grünen Bereich.

Im Frühjahr 2011 bekam ich diese blöden Schluckbeschwerden. Nach einem 3 tägigen "stationären" Aufenthalt bei unseren sehr lieben Tierärztin mit vielen Infusionen, Streicheleinheiten und einer Endoskopie wurde bei mir eine Kehlkopflähmung (Kehlkopfpfeiffen) festgestellt. Diese gibt es normalerweise nur bei Pferde, meinte unsere erstaunte TA zu meinen Dosis, die sich das Ergebnis der Untersuchung ganz genau auf dem I-Phone angesehen haben, aber mich hat das nicht im geringsten interessiert. Ich wusste schon immer, dass ich etwas besonderes war.

Auch damit bin ich ja noch ganz gut zurecht gekommen, aber im Herbst ging es mit meinen Nieren dann doch langsam immer mehr bergab. Meine Dosis haben alles getan, um mir meinen Lebensabend zu erleichtern, immerhin hatte ich schon über 16 Jahre auf dem Buckel, aber ich bin immer noch täglich im Haus rumgeflitzt um mich fit zu halten, und hab mit meinen Softbällchen gespielt, aber trotz gutem Essen, vielen Leckerlies, Streicheleinheiten und einem erhöhten Ruhebedürfnis kam dann doch der eine Tag im Mai 2012 an dem ich meinen Leuten gezeigt habe, dass es langsam Zeit wird für mich, zu gehen.

Meine TA war sehr einfühlsam gewesen. Nach der Narkose konnten sich meine Dosis in aller Ruhe von mir verabschieden. Sie habe Rotz und Wasser geheult und mein ganzes Leben nochmal Revue passieren lassen und es mir auch nicht für Übel genommen, dass mich 5 Tage vor meinem 17. Geburtstag, die Sehnsucht nach einem Leben ohne Schmerzen, eingeholt hatte. Nach der Erlösung waren wir nochmal alleine. Ich habe auf den Weg über die Regenbogenbrücke auf sie hinabgeschaut und ihnen versichert, dass sie mir damit einen grossen Gefallen getan haben, dass ich alle ihre unvergessenen Lieblinge auf der anderen Seite grüssen werden, und dass wir uns eines Tages wieder sehen werden.

Die Zeit danach waren für Frauchen und Herrchen nicht einfach. Nicht nur, dass sie meinen Verlust verkraften mussten und sich ständig fragten: War es auch wirklich richtig, was wir gemacht haben?; auch fuer Lucy und Kaspar hatte sich jetzt alles verändert. Die Chefin war nicht mehr da (und es wird auch keine mehr geben), die beiden waren fuehrerlos und es musste also eine neue Hierachie ausgefochten werden. Nachdem ich mir von meinem Grab im Garten aus, dass ich mir mit Sheila und Emelly teile, den flippigen und nervösen Kaspar, der unter dieser Situation am meisten zu leiden hatte, ins Gebet genommen habe, scheint dieses Problem mittlerweile jetzt auch gelöst zu sein.

P.S. Gefeiert habe ich trotzdem. Am darauffolgenden Samstag gab es eine grosse Willkommensparty mit allen meinen vorausgegangen Spielkameraden und Kumpels und auch einigen Familienmitgliedern und am Sonntag natürlich meinen 17. Geburtstag. Ich habe es an beiden Tagen so richtig krachen lassen, mit Blitz, Donner und viel Wasser. Frauchen und Herrchen haben im Wintergarten den Gewittern zugeschaut und gesagt:

Die kleine Krawallschachel (also ich, die Nelly) ist im Land über dem Regenbogen angekommen

Elvira und Ralf S.

 

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